Babel



Regie: Alejandro González Iñárritu
Buch: Guillermo Arriaga
Genre: Drama/Thriller
Preise: Golden Globe USA 2007 Bester Film (Drama)
Oscar USA 2007 Beste Filmmusik
Insgesamt 25 Preise und 73 Nominierungen

Premiere in Deutschland: 21. Dezember 2006

Babel ist ein Film der hoch prämiert wurde und einen hohen Anspruch an seine Zuschauer stellt. Diese Analyse soll dazu beitragen, den Film näher zu betrachten und aus Gedanken Gedanken entstehen zu lassen. Auf Bilder wurde weites gehend verzichtet. Der Inhalt bezieht sich hauptsächlich auf meine eigene Interpretation des Films. Lediglich zu den Schauspielern und der Bibelinterpretation wurde fremdes Material hinzugezogen. Die Quellen sind jeweils unter dem jeweiligen Beitrag angebracht und unter dem Punkt Quellen nochmals zusammengefasst.




Eine Analyse des Films Babel, vom Regisseur Alejandro González Iñárritu, entstanden im Rahmen eines Internetprojekts der Universität Otto-von-Guericke in Magdeburg, erstellt von Karina Steffen.

http://imdb.com/title/tt0449467/

Zusammenfassung



Bisher wurde als Besonderheit des Films bereits die musikalische Untermalung erwähnt. Doch stilistisch hat der Film weitaus mehr zu bieten. Häufig sind es kleine Verbindungen, die sich bemerkbar machen. So sind es in den ersten Szenen in Marokko zwei Brüder die sich mit der Aufgabe des Hütens beschäftigen, während in San Diego ein Kindermädchen auf zwei Geschwister aufpasst. Während in Mexiko das letzte Bild einer Szene der blutige Halsstumpf des Huhnes ist, wird in der nächsten Szene in Marokko die Wunde von Susan gezeigt. Noch bedeutender sind die einzelnen Bildausschnitte. Ein Schild in Nahaufnahme in Mexiko, auf dem vor Kinderkidnapping gewarnt wird oder die Fahrstuhlanzeige als Chiekos Vater sich in die Wohnung begibt. Man sieht wie die Zahlen langsam aufsteigen und der Eindruck wächst, dass es nicht schnell genug geht. Es wird in so simpler Weise Spannung erzeugt und das macht den Film auch aus. Mit einfachen Andeutungen muss sich der Zuschauer auf Missstände hinweisen lassen, wenn ein kleiner Junge bemerkt, dass es in Mexiko gefährlich sei, ein gehörloses Mädchen keinen Anschluss findet, weil ihr Gegenüber erschrocken ist oder einfach nur eine Frau eine Flasche Desinfektionsmittel mit sich trägt, während die einheimischen mit den Händen essen. Doch hier will der Film auch ein wenig zuviel. Neben dem Problem der Verständigung der Charaktere schlagen sie sich auch mit Vorurteilen und auferlegten Problemen herum, die sie überlasten. Dass Chiekos Mutter Selbstmord begangen hat macht ihre Rolle so verletzlich und bemitleidenswert, obwohl sie bereits genug Probleme mit ihrer beginnenden Sexualität und ihrer Gehörlosigkeit hat. Der Vater, der mal Ehemann war und nun vor der „Doppelbelastung“ Beruf und Vater steht, was in Japan aktuelle Diskussionen bedarf, anscheinend überfordert. Und die aktuelle Gefahr durch Terroristen, die nicht nur durch die Touristen im Dorf angesprochen wird, sondern gleichfalls durch die amerikanische Regierung, inklusive dem Kommentar der marokkanischen Regierung zur vorschnellen Beurteilung des Vorfalls durch Amerika. Selbst der kleine Hinweis durch Fußballposter an der Wand der Brüder in Marokko, der vermittelt was die Jungs statt des Ziegenhütens tun sollten, ist einfach zu viel. Einzuräumen ist, dass man bei einmaligen Schauen des Films viele Hinweise übersieht und nur das Gefühl zurück bleibt, dass man überfordert ist. Dennoch besticht der Film durch seine Bilder hinter denen Ideen stehen. Auch die Charaktere sind gut ausgearbeitet und wirken nur selten in ihrem Handeln unglaubwürdig. Besonders beeindruckend sind hier die Brüder, zwischen denen eine starke Rivalität herrscht, denn obwohl jünger ist Yussef weiterentwickelt und frühreif. Der Neid von Ahmed explodiert schließlich im Verrat an seinen Bruder und seiner Schwester, im unpassenden Moment der Beichte über den Schuss auf den Bus. Wie bereits erwähnt ist die Rolle der Chieko ebenfalls herausragend verkörpert. Ihre Welt bleibt dem Zuschauer nicht verschlossen sondern wird über die Aussetzung von Ton und Überladenheit an Farben, in der Disco, ihrem Hunger nach körperlicher Nähe, in Provokation kaum zu übertrumpfen und der Zurückweisung durch ihr Gegenüber, so eindrucksvoll geschildert, dass man glaubt sie verstehen zu können.
Unerwähnt sollte auch Amelia nicht bleiben, die eigentlich nur die Hochzeit ihres Sohnes besuchen wollte. Auch wenn dem Zuschauer verschlossen bleibt warum sie sich und die Kinder zu ihrem betrunkenen Neffen ins Auto setzt um rechtzeitig zum Fußballspiel der Geschwister zurück zu sein, zerstört ihr persönlicher Wunsch ihr ganzes Leben. Auch hier sind es wieder die Bilder, eine Frau im roten Kleid in der Wüste, auffällig fast warnenden und doch hilflos. Doch aufgefangen werden die „armseligen“ Existenzen von ihrer Familie. Amelia von ihrem Sohn, Chieko von ihrem Vater, Susan von ihrem Mann. Und erst die Sprachlosigkeit, die Unfähigkeit miteinander zu reden hat sie dabei zueinander gebracht.
Zwischen den Verwirrungen, nicht nur durch die unchronologische Reihenfolge der einzelnen Sequenzen erzeugt, die letztlich eins werden, den Sprachbarrieren und den Kleinigkeiten, die Großes auslösen, möchte man nicht aufhören den Hauptdarstellern zuzusehen.
Es bleibt ein Film, der seine Nominierungen und Preise wohl verdient hat und trotz der leichten Überladenheit an Problemen, sich des häufigen Anschauens lohnt. Denn viele Kleinigkeiten, wie oben beschrieben übersieht man einfach oder kann sich ihre Bedeutung nicht sofort erschließen. Wunderschön, die letzte Szene, Chieko und ihr Vater Arm in Arm auf dem Balkon, eine Entfernung aus der Stadt hinaus, in der Beide unter den vielen Lichtern nicht mehr auszumachen sind. Denn letztlich bleibt ihr Schicksal eines von vielen und es geht wie die Beiden im Gewirr von vielen Schicksalen unter. Erst bei genauem Hinsehen und Zuhören kann man den Menschen und sein Anliegen erkennen und vielleicht wieder zueinander finden.

Quellen



Die Bibel, Evangelische Haupt-Bibelgesellschaft, VOB Buch- und Offstedruck: Leipzig 1980

Sandra Blass, Reinhard Weber: Cate Blanchett. Landshut 2006

Babel, der Film
http://german.imdb.com/title/tt0449467/, Babel, IMDb.com, Inc., 1990-2008 (12.01.2008)

Brad Pitt – Richard
http://www.imdb.com/name/nm0000093/ , IMDb.com, Inc., 1990-2008 (18.01.2008)

Cate Blanchett – Susan
http://www.imdb.com/name/nm0000949/, IMDb.com, Inc., 1990-2008 (18.01.2008)

Boubker Ait El Caid – Yussef
http://german.imdb.com/name/nm2433643/, IMDb.com, Inc., 1990-2008 (18.01.2008)

Adriana Barraza – Amelia
http://german.imdb.com/name/nm0056770/, IMDb.com, Inc., 1990-2008 (18.01.2008)

Gael Garcia Bernal – Santiago
http://german.imdb.com/name/nm0305558/, IMDb.com, Inc., 1990-2008 (18.01.2008)

Said Tarchani – Ahmed
http://german.imdb.com/name/nm2415571/, IMDb.com, Inc., 1990-2008 (18.01.2008)

Kōji Yakusho – Yasujiro
http://german.imdb.com/name/nm0945131/, IMDb.com, Inc., 1990-2008 (18.01.2008)

Rinko Kikuchi – Chieko
http://german.imdb.com/name/nm0452860/, IMDb.com, Inc., 1990-2008 (18.01.2008)

Bildnachweis
http://german.imdb.com/title/tt0449467/mediaindex, IMDb.com, Inc., 1990-2008 (10.02.2008)

Übersicht der Beziehungen der Charaktere

Eine schematische Darstellung von den Beziehungen der Charaktere untereinander, die auch den Handlungsstrang eindeutiger erscheinen lässt.
Dabei könnte man die Beziehungen auch in einer Reihe aufstellen:

Chieko -> Yasujiro -> Hassan -> Abdullah -> Ahmed -> Yussef -> Susan -> Richard -> Amelia -> Debbie, Mike, Sam

Auffällig wird, dass sich der Handlungsstrang von Chieko und ihrem Vater dabei an den Anfang setzt, was logisch Sinn macht, denn mit dem Gewehr hat sich Chiekos Mutter erschossen (Annahme), die sie dann gefunden hat, woraufhin Yasujiro das Gewehr seinem Jagdbegleiter geschenkt hat (Annahme). Der gibt es an einen Freund weiter, dessen Kinder damit Schakale von den Ziegen fernhalten sollen. Die schießen aber aus Langeweile auf einen Bus, in dem Susan von der Kugel getroffen wird. Richard muss daraufhin die Führung übernehmen und benachrichtigt ihr Kindermädchen Amelia, die auf deren Kinder aufpasst. Im Film wird allerdings anders vorgegangen, denn der beginnt mit dem Verkauf des Gewehrs und endet mit der Geschichte von Chieko und ihrem Vater.

Die schematische Darstellung mit Aufzeichnung der Beziehungen untereinander.

Darstellung durch anklicken vergrößern.

Schnitt, Kamera, Musik



Schnitt

Der Film wird von einem auffälligen Schnitt beherrscht. Man wird von einer Sequenz in die nächste versetzt ohne eine Technik der Blende. Auch der Ton kündigt keine neue Szene an. Einzig aus dem Zimmer der marokkanischen Brüder in die Szene nach Mexiko erklingt die Musik bereits im Vorab. Meist werden die „harten“ Szenenwechsel durch inhaltliche Gegensätze oder Übereinstimmungen abgeschwächt. Von den weglaufenden Kindern in Marokko zu den Verstecken spielenden Kindern in San Diego. Von der Panik im Bus in Marokko zum aufregenden Volleyballspiel in Tokio usw. Häufig bekommt der Zuschauer den Eindruck er würde von einer Person zur anderen schauen, durch eine Aufeinanderfolge der gezeigten Personen während sie etwas sagen oder mit ihnen geredet wird. Gegen Ende des Films wird der Schnitt auch als stilistisches Mittel genutzt um eine Spannungsansteigung zu simulieren, indem die Schnitte immer schneller aufeinander folgen.

Kamera

Beherrscht wird der Film von der Totalen auf die Gesichter der Akteure, der Kamerafahrt aus Sicht der Akteure und die Einstellung, die einen Eindruck des Mitlaufens macht.
Die Totalen und Nahaufnahmen werden zur Verdeutlichung eines Sachverhalts genutzt oder bei Gesprächen der jeweiligen Charaktere. Selbst wenn Amelia mit Richard telefoniert werden beide nur bis zur Körpermitte gezeigt. Am Abend in der Hütte von Yussef und Ahmed wird von einem Gesicht auf das nächste gewechselt oder wenn Chieko mit ihren Freunden spricht. Wenn es auf die Details ankommt, werden die Bildausschnitte dementsprechend vergrößert gezeigt. Die Wunde von Susan, das Bild auf dem Hassan mit Yasujiro zu sehen ist, die Anzeige im Fahrstuhl, während sich dieser nach oben bewegt oder die Annäherung des Mannes an Amelia. Wird eine Umgebung gezeigt, geschieht dies als gesamter Bildausschnitt in bewegter Form. Meist sind dies Landschaftseindrücke, bzw. Ortschaftseindrücke. Bewegungen werden von einer Standkamera eingefangen, die die Bewegungen verfolgt oder direkt über das Mitlaufen mit der Kamera aufgenommen. Häufig wird Letzteres bei Bewegungen von Personen genutzt. Blickrichtungen und Bewegungen von Fahrzeugen hingegen sind stetige Bewegungen und wurden wahrscheinlich über eine Kamera auf Schienen nachvollzogen.

Musik

Beeindruckend ist die Auswahl der Musik, die eine wichtige Rolle im Film spielt. Sie ist stets dem jeweiligen Land angepasst und bringt häufig Ruhe in die Szene. Durch die Musik lässt sich meist sofort erkennen in welchem Land die jeweilige Szene, besonders nach einem Wechsel, spielt. Die Auswahl der Stücke ist manchmal aber auch der jeweiligen Situation angepasst und übergreifend. Auf der Hochzeit ist die musikalische Begleitung zum Eröffnungstanz eine Überleitung die auf die ganze Feier bezogen wird, rhythmisch und fröhlich. Anstelle von Worten tritt Musik am Ende des Films ein, wenn sich Chieko und ihr Vater umarmen. Nicht unbegründet erhielt der Film den Oscar für die beste Filmmusik. Sie ist stimmig mit der Szenerie und behutsam ausgewählt, denn nie wirkt sie aufdringlich sondern scheint den Film zu begleiten.

Der Turmbau zu Babel



1 Es hatte aber alle Welt einerlei Zunge und Sprache.
2 Als sie nun nach Osten zogen,
fanden sie eine Ebene im Lande Schinar und wohnten
daselbst.
3 Und sie sprachen untereinander:
Wohlauf, laßt uns Ziegel streichen und brennen! -
und nahmen Ziegel als Stein und Erdharz als Mörtel
4 und sprachen:
Wohlauf, laßt uns eine Stadt und einen Turm bauen,
dessen Spitze bis an den Himmel reiche,
damit wir uns einen Namen machen; denn wir werden
sonst zerstreut in alle Länder.
5 Da fuhr der HERR hernieder,
daß er sähe die Stadt und den Turm, die die
Menschenkinder bauten.
6 Und der HERR sprach:
Siehe, es ist einerlei Volk und einerlei Sprache
unter ihnen allen, und dies ist der Anfang ihres
Tuns; nun wird ihnen nichts mehr verwehrt
werden können von allem, was sie sich vorgenommen
haben zu tun.
7 Wohlauf, laßt uns herniederfahren und dort
ihre Sprache verwirren, daß keiner des andern
Sprache verstehe! 8 So zerstreute sie der HERR
von dort in alle Länder, daß sie aufhören mußten,
die Stadt zu bauen.
9 Daher heißt ihr Name Babel, weil der HERR daselbst verwirrt hat aller Länder Sprache
und sie von dort zerstreut hat in alle Länder.

Das alte Testament, Das erste Buch Mose (Genesis) 11, 1-9

Mit dem Ursprung der Bibel hat der Film nur die unterschiedlichen Sprachen gemein und die daraus resultierende Verwirrung. Die Idee der Sprachengebung durch Gott, wegen dem naiven menschlichen Gedanken einen Turm zu Gott zu bauen, ist nicht aufgenommen. Der Hauptgedanke der mit dem Turmbau zu Babel in der Gesellschaft einhergeht und häufig synonym genutzt wird ist die Sprachverwirrung. Diese gibt den Leitgedanken des Films wieder, der durch die verschieden Personen dargestellt wird. Der zweite Aspekt ist die Verstreuung in alle Länder, es werden im Film Marokko, Japan und Mexiko betrachtet und wurde ebenfalls aufgenommen.
Doch als Verfilmung oder Neuinterpretation des Turmbau von Babel kann man den Film nicht verstehen. Vielmehr wurde ein Gedanke aufgenommen und in jeweiligem unterschiedlichen Kontext betrachtet.

Für Interpretationen des Turmbau zu Babel aus der Bibel sind folgende Links hilfreich:

Eine einfache Übersicht von Johann Betz (Lehrer am Albertus-Magnus-Gymnasium in Ingbert), entstanden in einem Projekt zur Religion an Schulen
http://www.zum.de/Faecher/kR/Saar/gym/projekt/bibel/11_mythos/turmbau.htm

Längere Abhandlung aus dem WiBiLex, dem wissenschaftlichen Bibellexikon.
http://www.bibelwissenschaft.de/wibilex/das-bibellexikon/details/quelle/WIBI/zeichen/t/referenz/36310/cache/1ad243c061/

Eine Projektarbeit der Klassen 7A2, 10A1 und 11A3 der Internationalen Gesamtschule Heidelberg mit neuen Interpretationen und Überlegungen (Pdf)
http://www.igh.hd.bw.schule.de/schulleben/unterricht/kunst/projekte/babel/images/turmbau_zu_babel.pdf

Chieko



Ein Teenager, mit dem Wunsch beachtet zu werden und seine Sexualität auszuleben, der gerade seine Mutter verloren hat und selbst droht im schnelllebigen Japan unterzugehen. Sie ist gehörlos und schon deswegen vom größten Teil ihrer Altersgenossen abgegrenzt. Auf der Suche nach Liebe stößt sie immer wieder auf Ablehnung. Aus Verzweiflung handelt sie grotesk, wenn sie in der Öffentlichkeit ihre Beine spreizt, ohne Unterwäsche an oder mit eindeutigen Angeboten auf ihre Mitmenschen zugeht. Dabei nimmt sie kaum mehr Rücksicht auf ihr Gegenüber, wie den Zahnarzt oder Polizisten, die mit der Situation überfordert werden. Nahezu haltlos verliert sie sich in der Vorstellung ungeliebt zu sein, wobei sie Liebe auf Körperliches bezieht und der Liebe ihres Vaters keine Beachtung schenkt.
Sie ist provokant und schlagfertig, was sich nicht nur in ihren Taten sondern auch in ihren Äußerungen zeigt. Ihre Verstörtheit nimmt man als logische Konsequenz des kürzlichen Todes ihrer Mutter hin. Aber es steckt auch viel Wut in ihr, sie wurde allein gelassen, ohne weibliche Stütze und Bezugspartner in ihrem Leben, sie muss sich in einer Welt zurecht finden, die keine Rücksicht auf Gehörlose nimmt, im Restaurant, in Spielecenter, beim Arzt, ständig trifft sie auf Schwierigkeiten, die mit ihrer Behinderung zu tun haben. Sie ist auch wütend über die Reaktionen und zeigt häufig Unverständnis. Sie möchte dazu gehören und versucht Wege zu finden die ihr einen Zugang zu „normalen“ Teenagern verschaffen, Drogen und Alkohol sind dabei eine Richtung die sie einschlägt ohne die Folgen zu bedenken.

Yasujiro



Als Vater nimmt er seine Rolle ernst und bemüht sich sehr um seine Tochter. Ob es nun das Volleyballspiel ist, bei dem er als Zuschauer teilnimmt oder die Erinnerung per Sms an den Zahnarzttermin. Er verabredet sich mit ihr zum Essen, lässt ein Essenpaket für den Abend stehen, weil er selbst nicht vor Ort ist und versucht so die existenziellen Bedürfnisse seiner Tochter zu decken. Auf emotionaler Ebene kann er sich ihr nur schwer nähern, nicht zuletzt durch ihre Zurückweisung, die er geduldig erträgt. Sicher plagen ihn Selbstzweifel und Schuldzuweisungen, durch den Selbstmord seiner Frau, die der Grund für die Schenkung seines Gewehrs gewesen sein könnten. Was von seiner Familie bleibt will er beschützen und verbietet dem Polizisten sie deswegen weiterhin zu belästigen und darüber zu sprechen und bleibt doch immer freundlich. Er wirkt durch seinen Gang gebrochen und müde, damit entsteht der Eindruck, dass die neue Aufgabe als allein erziehender Vater ihn überfordert.

Santiago



Er ist ein misstrauischer Beobachter, der mit besonderem Argwohn die Mitnahme von den zwei Kindern betrachtet. Und doch ist er auch vorausschauend. An der Grenze schaut er sich jeden Schritt der Polizisten genau an, er ahnt warum die Polizisten sie genauer überprüfen. Er ist verantwortungslos und aufbrausend als er die drei in der Wüste aussetzt und dazu noch betrunken fährt, doch auch in diesem Fall bemüht er sich um Fürsorge, er gibt ihnen die Chance zu fliehen und eine Taschenlampe um ihre Chancen zu verbessern. Für ihn scheint das Leben keine Konsequenzen zu haben. Sorglos lässt er die Kinder Hühner fangen und bringt diese mit der Hand um, ohne die Reaktion der beiden Kinder zu bedenken, von denen er kaum etwas weiß. Als Familienmensch ist er gerne mittendrin und genießt jede Aufmerksamkeit, die man ihm schenkt. Er ist aber Fremden gegenüber voreingenommen, die Kinder möchte er ungern mitnehmen und Amerikanern gegenüber hat er Vorurteile.

Amelia



Sie ist das mexikanische Kindermädchen zweier amerikanischer Kinder, die sie wie ihre eigenen aufzieht, sie spricht mit ihnen in ihrer Muttersprache und küsst sie zur Nacht. Sie ist fürsorglich und versucht den Kindern so nahe wie möglich zu sein. Da sie aber einen Sohn hat, dessen Hochzeit bevorsteht lässt sich doch einen Unterschied erkennen. Sie wird in ihrer Euphorie unvorsichtig und egoistisch. Um ihrem Bedürfnis, der Hochzeit beiwohnen zu können, nachzugehen, nimmt sie die Kinder mit nach Mexiko. Sie ist mit ihrer Heimat und ihrer Familie eng verbunden, was sich am Umgang mit ihren Angehörigen zeigt. Angst, dass den Kindern etwas in Mexiko zustoßen könnte, hat sie nicht. Aber sie ist unsicher und hat wenig Selbstvertrauen. Sie fragt den Vater nicht, ob sie die Kinder mitnehmen kann, lässt sich von ihrem Neffen in eine ungewisse Lage kommandieren und als es um die Gesundheit der Kinder geht lässt sie sich erst festnehmen um danach auf deren Rettung zu bestehen. Sie ist neben ihrem nachlässigen Verantwortungsgefühl leichtsinnig, denn ein Fußballtraining der Kinder am Morgen scheint ihr wichtiger als ihre sichere Heimfahrt obwohl sie sich zuvor noch sehr um einen Ersatz ihrerseits bemüht hat, um die Kinder nicht mitnehmen zu müssen. Allerdings sind die Kinder auch in diesem möglichen Fall einer fremden Person ausgesetzt. Sie glaubt an einen guten Ausgang und hat jederzeit Hoffnung oder bedient sich ihrer Anpassungsfähigkeit und ihrer Spontanität. Selbst in der aussichtslosen Situation in der Wüste oder auf dem Revier, als man ihr sagt, dass sie ausgewiesen wird. In beiden Fällen scheint sie einen Ausweg zu sehen und stellt sich jeweils auf die neue Situation ein.

Susan



Sie ist wütend, auf ihren Mann und kann sich den Grund ihrer Reise nicht erklären. Sie sucht nach Antworten und spricht ihren Mann deswegen an, es fehlen ihr aber die Worte als dieser erkennt, dass sie noch nicht bereit ist ihm zu verzeihen. Es scheint nicht ihre Idee gewesen zu sein nach Marokko zu reisen. Sie mag das Essen im Restaurant nicht, die hygienischen Bedingungen bekämpft sie mit Desinfektionsmitteln und Vorsicht, die sie auch im Umgang mit ihrem Mann walten lässt. Sie hat sich allerdings nicht ganz unter der Kontrolle die sie für sich vorsieht. Sie kann zwar die äußeren Bedingungen kontrollieren, doch ihrem Mann gegenüber wird sie von der Wut und Enttäuschung kontrolliert. Dies drückt sich besonders in ihrem Gespräch im Restaurant aus, als sie sein Eis weg schüttet und einen deplatzierten Kommentar ihm gegenüber macht, der nicht zur Konfliktlösung beiträgt. Sie ist verletzt, und die äußere Wunde ist ihrer inneren gleich. Die Schusswunde bedroht ihr Leben, wie die innere ihre Beziehung.
Susan ist auch sehr misstrauisch, besonders den Fremden Menschen gegenüber und sie will deswegen auf keinen Fall mit ihnen alleine bleiben. Als der Arzt sie nähen will zeigt sich ihr mangelndes Vertrauen besonders stark, denn nur durch das Vernähen kann sie überleben und dennoch wehrt sie sich und lehnt es ab, nicht nur wegen der unsterilen Mittel. Im Laufe ihres Leidens lernt sie zumindest der alten Frau zu vertrauen, als sie mit ihr Pfeife raucht und damit vielleicht ein Stück ihrer Zweifel und ihres Misstrauens dem Neuen und Fremden gegenüber aufzugeben. Sie lässt ihre Wut und ihre Enttäuschung los, als ihr Mann sie im Arm hält und sie um Verzeihung bittet. An diesem Punkt scheint sie ganz loslassen zu können und entspannt sich. Sie kann ihm wieder vertrauen und glaubt daran, dass es eine Möglichkeit gibt weiterzumachen. Symbolisch küssen die beiden sich innig und sie lässt sich ganz in seine Arme sinken.

Richard



Als Familienvater sieht er seine Aufgabe in der Sorge um diese. Daher bietet er Amelia lieber eine neue von ihm bezahlte Hochzeit bevor er seine Kinder ohne Schutz sieht. Er versucht immer eine Lösung zu finden: für seine Kinder soll seine Schwester jemanden finden, der auf sie aufpasst, um seine Frau soll sich die amerikanische Botschaft kümmern. Von der Seite seiner Frau weicht er nur im äußersten Notfall und sitzt stetig bei ihr in dem kleinen Raum. Als die Touristen eine Rückkehr ihrerseits erzwingen wollen, kann sich der sonst so ruhige Mann nicht mehr mit Argumenten wehren. Er kann auch ihre Seite nicht verstehen. Er denkt in diesem Fall egoistisch zum Wohle seiner Frau. Zu der Ungewissheit ob ein Krankenwagen sie abholt will er seine letzte Fluchtmöglichkeit nicht aufgeben. Doch mit dem Bus fahren nicht nur einfach die Touristen. Vielmehr ist es das letzte Stück Vertrautheit. Er bleibt zurück in einem fremden Dorf, mit fremden Menschen. In Gegenwart seiner Frau ist er der Ruhepol. Mit Argumenten versucht er sie zu beruhigen, als sie unbedingt mit ihren Kindern telefonieren möchte und übernimmt Verantwortung für die Entscheidungen, die getroffen werden müssen, als sie die Blutungen seiner Frau nur durch Vernähen der Wunde stoppen können. Auch wenn dies durch einen Veterinär unter unsterilen Bedingungen geschieht.
Er möchte die Harmonie und Ruhe in ihre Beziehung zurück haben ohne den Schmerz einer Aussprache. Im Restaurant möchte er keinen Streit, lässt dafür aber Dinge ungeklärt zurück. Auf seine Frau kann er auch nach Bitte ihrerseits nicht eingehen und selbst der Körperkontakt fällt ihm schwer, als sie seine Hand im Bus nimmt, kann er es nur schwer erwidern. Warum er seine Familie nach dem plötzlichen Kindstod seines Sohnes verlassen hat, kann nur spekuliert werden. Aber es plagen ihn Schuldgefühle und um jetzt alles richtig zu machen setzt er sich keiner Konfrontation mit seiner Frau aus, selbst das Eis in seiner Cola lässt er sich verbieten und nimmt es hin, dass sie es weg schüttet.
Dennoch herrscht zwischen den Beiden eine enge Vertrautheit, die sich besonders in dem Moment zeigt, als sie ihn bittet ihr beim Urinieren zu helfen. Erst in diesem intimen Moment kann er seine Frau endlich um Verzeihung bitten, dass er sie allein gelassen hat, als sie ihn am Meisten gebraucht hat und auch seine Angst kann er zugeben. Was letztlich zu der Versöhnung der Beiden führt, die er sich gewünscht hat.

Filminhalt – lange Fassung (im Detail, chronologisch)



Zwei Brüder bekommen von ihrem Vater ein Gewehr, zur Verteidigung ihrer Ziegenherde, dass er käuflich von einem Nachbarn erworben hat. Schnell erkennt man eine rivalisierende Haltung der Brüder zueinander, als es darum geht wer als Erster das Gewehr benutzen darf. Auf der Weide überkommt Yussef und Ahmed die Langeweile und sie fangen an auf Steine zu schießen um die angebliche Reichweite von 3 Kilometern zu überprüfen. Da sie es daran aber nicht direkt erkennen können, beginnen sie auf ein Auto und danach auf einen Bus zu schießen. Als dieser anhält verschwinden sie sofort.
Im nächsten Moment handelt es sich um einen Szenenwechsel zu einer Frau die auf Spanisch mit Kindern verstecken spielt. Durch einen Anruf vom Vater der zwei Kinder, einem Jungen und einem Mädchen, klärt sich, dass die Frau das Kindermädchen ist und der Mutter der Kinder scheinbar etwas zugestoßen ist. Der Vater spricht auch noch kurz mit seinem Sohn. Das Kindermädchen bringt die Kinder zu Bett, die Angst vor dem Kindstod haben, da es scheinbar ihrem kleinen Bruder zugestoßen ist. Am frühen Morgen muss das Kindermädchen (Amelia) erfahren, dass man keinen Ersatz für sie gefunden hat und sie nicht, wie geplant zur Hochzeit ihres Sohnes kann. Damit kann sie allerdings nicht umgehen und beschließt, nach verzweifelter aber erfolgloser Suche nach Ersatz, die Kinder mitzunehmen, nach Mexico und somit über die Grenze aus San Diego. Gefahren werden die drei vom Neffen von Amelia, der misstrauisch diesem Vorhaben gegenüber steht.
Im nächsten Szenenwechsel sieht man eine Frau und einen Mann (Susan und Richard) eine Essensbestellung in einem Restaurant in Wüstenatmosphäre machen, womit der Verdacht aufkommt, dass es ebenfalls die Heimat der beiden Brüder sein könnte. Susan ist sehr vorsichtig mit dem Essen und den Getränken um eventuelle Krankheiten zu vermeiden. Es herrscht zwischen den Beiden eine angespannte Stimmung. Während der anschließenden Busfahrt wird Susan von einer Kugel durch das Fenster in die Schulter getroffen, woraufhin Panik ausbricht.
Daraufhin findet sich der Zuschauer in einem Volleyballspiel in Tokyo wieder, das von Gehörlosen bestritten wird. Zwischen einer Spielerin und dem Schiedsrichter entsteht ein Streit, den der Schiedsrichter mit gelb-rot und einem Platzverweis beendet. In der Umkleidekabine kommt es erneut zum Streit, diesmal zwischen dem Mädchen (Chieko) und ihren Mitspielerinnen. Auch als Chieko mit ihrem Vater auf dem Weg ist, bessert sich die Lage nicht, denn sie verwickelt ihren Vater ebenfalls in ein Streitgespräch, bevor die sich mit ihren Freunden in einem Restaurant trifft, wo sich ein Verständigungsproblem mit der Kellnerin aufdrängt. Nachdem sie ihre Freunde getroffen hat tauschen sie ein paar Blicke mit den Jungs am Nachbartisch aus, von denen einer im Automatenspielbereich versucht die Mädchen von hinten anzusprechen. Als er feststellen muss, dass sie ihn nicht verstehen können sind beide Seiten gleichermaßen enttäuscht. Chieko allerdings verspürt zusätzlich eine riesige Wut und entledigt sich kurzerhand ihres Slips auf der Toilette, um den Nachbartisch zu provozieren, nachdem sie sich wieder gesetzt haben. Sie verlässt das Restaurant um, nach einer Erinnerung ihres Vaters per Sms, den Zahnarzttermin wahr zu nehmen.
Eine ganz andere Stimmung macht sich bei Yussef und Ahmed in Marokko breit, die in einem dunklen Raum schweigend beieinander sitzen und nach dem Antreiben ihrer Mutter wieder zurück zu den Ziegen müssen. Am Abend muss der Vater seiner Frau erklären, dass er so spät zu Hause ist, weil eine Amerikanerin erschossen worden sei und man die Straße gesperrt habe. Da man von einem terroristischen Akt ausgehe, würde die Polizei momentan auch nach den Tätern gefahndet werden. Es herrscht eine sehr gedrückte Stimmung unter den Jungs.
Ähnlich geht es den beiden Kindern, die nach Mexico fahren, mit Amelia. Etwas misstrauisch begegnen sie der Familie ihres Kindermädchens, die sie mit den anderen Kindern spielen schickt. Sie sollen Hühner fangen, allerdings wissen die Zwei noch nicht, dass diese als Festbraten enden sollen. Spielerisch begegnen sie der Aktion, die blutig für die Hühner endet und beide Kinder sehr erschreckt.
Mittlerweile kämpfen auch ihre Eltern in Marokko mit dem Blutverlust und den Umständen, dass es kein Krankenhaus in der Nähe gibt. Der Fremdenführer bietet daher Hilfe aus seinem Dorf an, in das die ganze Busgesellschaft fährt, wo sich eine alte Frau um die verwundete Susan kümmert. Es kommt zum Streit zwischen Richard und den anderen Touristen, die durch die ärmlichen Verhältnisse und aktuelle Medienereignisse verängstigt sind. Er kann sie zum Bleiben überreden. Währenddessen hat der Fremdenführer einen Arzt aufgetrieben, der normalerweise aber als Veterinär seine Dienste anbietet. Er erkennt, dass Susan genäht werden muss um ein Verbluten zu verhindern. Unter Schmerzen und Protest wird sie ohne sterile Bedingungen genäht, was ihr wahnsinnige Angst bereitet.
Im Wartezimmer des Zahnarztes von Chieko ist es still, denn sie kann nichts hören. Man behandelt sie dort allerdings wie einen ganz normalen Patienten. Die sexuelle Provokation treibt Chieko dort, auf dem Patientenstuhl ihres Zahnarztes, auf die Spitze indem sie sich aufreizender Handlungen bedient. Der verstörte Zahnarzt wirft sie daraufhin aus der Praxis. Sie wandert durch die Straßen, scheinbar ohne Ziel. Zu Hause angekommen, wird sie im Foyer von zwei Polizisten angesprochen. Sie kann ihnen allerdings nicht weiterhelfen und begibt sich in ihr Appartement. Offensichtlich gelangweilt vom Fernsehprogramm telefoniert sie mit einer Freundin (per Webcam) und verabredet sich mit ihr. Die Beiden halten einen Smalltalk, wobei Chieko die Polizisten erwähnt, die sie anscheinend noch immer über den Selbstmord ihrer Mutter befragen wollen.
Auch Yussef und Ahmed haben jetzt stetig Angst vor der Polizei und verstecken die Waffe in einer kleinen Höhle, die sie mit einem Strauch tarnen. Doch die Beamten haben bereits die Patronen der Waffe auf dem Hügel gefunden, auf dem die Jungs auf den Bus geschossen haben. Über die Patronen können die Beamten den ursprünglichen Besitzer ermitteln, befragen ihn auf brutale Art und Weise nach dem Verbleib der Waffe und verdächtigen ihn selbst geschossen zu haben. Nach eindringlichen Methoden der Polizisten verrät der Mann, an wen er das Gewehr verkauft hat und zeigt ihnen den Weg. Auf dem Weg dorthin treffen diese Yussef und Ahmed, die ihnen ebenfalls einen Weg erklären, der allerdings nicht zu ihrem Vater führt. Sie selbst laufen sofort zu ihm zurück, um alles zu beichten. Daraufhin kommt es auch zum Verrat des älteren Bruders an den jüngeren, die sich dann beide anfangen zu streiten.
Auf der Hochzeit in Mexico geht es mittlerweile ebenfalls sehr gedrängt, jedoch feierlich zu. Der Abend ist stimmungsvoll und während das Brautpaar eng umschlungen tanzt, kommen sich Amelia und ein bisher nicht erwähnter Mann näher.
Während eine Nachrichtensprecherin die Ereignisse kommentiert kämpft Susan weiterhin in dem kleinen Dorf um ihr Leben. Amerika spricht von einem terroristischen Akt und will abwarten, was die Botschaft auch Richard zur Begründung für die unterlassene Hilfeleistung erklärt. In Marokko spricht man jedoch von einem Überfall und erklärt man bemühe sich um die Aufklärung. In dem kleinen Dorf, bemüht man sich sehr um Susan und die alte Dame kann ihr Vertrauen gewinnen, denn Susan wehrt sich nicht gegen die Pfeife, die sie ihr anbietet. Die restlichen Touristen proben weiterhin den Aufstand, da sie selbst das Klima nicht länger ertragen können, und setzen Richard ein Ultimatum.
Chieko in Tokyo trifft sich mit ihren Freunden auf einem Spielplatz, von denen eine Freundin ihre Cousins mitgebracht hat. Die Jungs sind nicht Gehörlos, verstehen ein wenig Gebärdensprache und wissen, dass sie langsam reden müssen. Chieko baut sofort den Kontakt zu einem der Jungs aus und bleibt in seiner Nähe. Sie nehmen alle eine kleine Pille zu sich, die mit Whiskey heruntergespült wird. Danach kann man sie spielend und ausgelassen beobachten, wie alle den Nachmittag miteinander verbringen und sich abends auf den Weg in die Disko machen. Der Begeisterung nach zu urteilen scheint es Chiekos erster Besuch in einer Diskothek zu sein und sie findet Gefallen daran. Schmerzlich muss sie jedoch feststellen, dass ihre Freundin von dem Jungen bevorzugt wird, den sie selbst als attraktiv empfunden hat und macht sich enttäuscht auf den Weg. Zu Hause angekommen lässt die den Pförtner den Polizisten anrufen und ausrichten, dass sie mit ihm sprechen möchte.
Die Szene in Marokko zwischen Vater und Söhnen spitzt sich immer mehr zu und so lenkt Ahmed immer wieder auf Yussef, der seiner Schwester beim Ausziehen heimlich zusieht, obwohl sie es weiß. Ein Stück weiter wird weiterhin der ursprüngliche Waffenbesitzer befragt, der ein Foto vom Jäger zeigen kann, der ihm die Waffe geschenkt hat. Seine Frau muss dem Polizisten begleiten und den Wohnort des jetzigen Besitzers zeigen. Auf dem Weg dorthin sind Vater und Söhne im Aufbruch, nachdem sie die Waffe aus dem Versteck geholt haben und wollen weg laufen. Es beginnt eine Schießerei in der Ahmed getroffen wird. Sein kleiner Bruder schießt daraufhin einen Polizisten an, unter Protest des Vaters der gänzlich verzweifelt nicht mehr weiß, welchem Sohn er zuerst seine Aufmerksamkeit widmen soll.
Der erneute Szenenwechsel zeigt Amelia, wie sie mit den Kindern in der Nacht von ihrem alkoholisierten Neffen nach San Diego zurück fahren will. An der Grenze treten Probleme auf, weil die Beamten nicht glauben, was ihnen erzählt wird. Amelias Neffe legt sich mit ihnen an und entführt dann das Auto mitsamt Amelia und den Kindern. Als er einen Zeitpunkt und eine Stelle für geeignet hält setzt er alle drei in der Wüste aus.
Susan schläft mittlerweile und Richard hat sich mit dem Fremdenführer angefreundet. Die Touristen allerdings können und wollen nicht mehr warten. Die Botschaft erklärt Richard, dass sie einen Hubschrauber schicken werden, sobald die Lage klar erfasst wurde. Nach einem Streit mit Richard beschließen die Touristen den Rückweg ohne ihn und seine Frau anzutreten.
Chieko trifft sich wie besprochen mit dem Polizisten und erzählt ihm, wie ihre Mutter gestorben ist. Daraufhin erklärt er ihr, was seine Anwesenheit zu bedeuten hat. Denn ihr Vater war Jäger und die Waffe, die er benutzte war in einen Unfall verwickelt, deswegen muss er unbedingt mit ihrem Vater reden. Als er schon fast wieder gehen möchte überredet sie ihn zu bleiben, geht kurz und kommt vollkommen nackt wieder. Der Polizist ist erschrocken und stößt sie von sich. Als sie beginnt zu weinen, nimmt er sie jedoch in den Arm.
Aus dieser ruhigen Szene wird man in die Schießerei zwischen den Polizisten und dem Vater, sowie Yussef und Ahmed geführt, der bereits ein zweites Mal angeschossen wurde und anscheinend tot am Boden liegt. Yussef zerstört daraufhin das Gewehr und stellt sich, wobei er auch die ganze Schuld auf sich nimmt.
In der Wüste sieht man Amelia und die Kinder unter einem Baum liegen. Während der Junge noch spricht, sieht man das Mädchen nur reglos liegen. Es wird von Amelia getragen, als sie sich auf den Weg machen, um zur Straße zu gelangen. Sie scheinen jedoch in der Wüste hilflos verloren zu sein. Sie lässt beide Kinder unter einem Baum zurück um Hilfe holen zu können und trifft auf einen Polizisten, der sich erst einmal nur darum bemüht sie festzunehmen. Zwar fahren sie noch zu der Stelle, doch sind beide Kinder nicht mehr zu finden.
Susan ist bereits wieder wach und versöhnt sich mit ihrem Mann, nachdem sie eine sehr intime Aufgabe zusammen bewältigen. Auf einer Trage wird Susan durch das Dorf transportiert.
Wieder Szenenwechsel zu Chieko, die sich mittlerweile beruhigt hat und dem Polizisten noch einen Zettel mit auf den Weg gibt, den er aber noch nicht lesen soll. Nackt lässt er sie in der Wohnung zurück.
Man sieht Amelia auf einer Polizeiwache sitzen auf der sie verhört wird und sich erklären muss. Sie erklärt verzweifelt ihre Lage, fragt nach den Kindern, bekommt jedoch keine Antwort. Man erklärt ihr nur ihre Vergehen, was auf sie zukommt und ihre sofortige Abschiebung. Aber auch, dass Richard keine Anzeige erstatten wird.
Wieder ein Szenenwechsel zu Yussef, der zusieht wie sein Bruder abtransportiert wird und er erinnert sich an Vergangenes.
Als nächstes sieht man den Abtransport von Susan durch einen Hubschrauber. Richard will den Fremdenführer bezahlen, doch dieser lehnt ab. Bei der Ankunft am Krankenhaus haben sich bereits mehrere Reporter und Fotografen aufgebaut, der US Botschafter begleitet Beide. Susan muss sofort operiert werden und Richard wird über die Risiken aufgeklärt. Er ruft zu Hause an und erklärt Amelia, dass er jemanden schickt um auf die Kinder aufzupassen, damit sie fahren kann. Dann telefoniert er mit seinem Sohn.
Der Polizist, der bereits die Wohnung verlassen hat, in der Chieko zurück geblieben ist, trifft endlich auf ihren Vater und befragt ihn zu seinem Gewehr. Und lädt ihn für den nächsten Tag zum Präsidium ein. Danach erwähnt der Polizist den Tod von Chiekos Mutter, dass sie sich vom Balkon gestürzt hätte. Gereizt erzählt ihm Chiekos Vater, dass sie sich aber erschossen hätte und Chieko sie als Erste gefunden haben. Er fährt mit dem Fahrstuhl nach oben, während der Polizist in einer Bar den Zettel liest, wobei man nicht erkennen kann, was darauf steht. Im Fernsehen läuft die Entlassung von Susan, aus dem Krankenhaus, in den Nachrichten. Chieko wird von ihrem Vater nackt auf dem Balkon vorgefunden, der sie in den Arm nimmt, nachdem sie seine Hand ergriffen hat.

Kōji Yakusho

Kōji Yakusho (1956) Japaner

Nach dem Abschluss der Oberschule für Technologie, übernahm er den Namen der Provinz aus seiner Arbeit für den Gemeinderat als Künstlername. Ein deutsches Theaterstück bewog ihn zur Schauspielerei. In der Zeit auf der Bühne traf er seine Frau, gemeinsamen haben sie einen Sohn. Durch kleinere Fernsehrollen war er bereits bekannt. Der Durchbruch gelang ihm durch Filme in Japan, die auch Anklang in Cannes bei den Filmfestspielen fanden. Neben dem internationalen Erfolg in „Babel“ hatte er auch eine Nebenrolle in „Die Geisha“.


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Filminhalt – Kurzfassung



Die Brüder Yussef und Ahmed erhalten von ihrem Vater ein Gewehr, mit dem sie die Schakale von ihrer Herde Ziegen fern halten sollen. Sie beginnen auf der Weide mit dem Gewehr zu schießen und treffen Susan, die mit ihrem Mann Richard in einem Touristenbus unterwegs ist, an der Schulter. Für das Paar beginnt ein Martyrium, da sie in der Wüste keine medizinische Versorgungsmöglichkeit haben und die amerikanische Regierung einen terroristischen Akt vermutet und damit vorerst ihre Hilfe verweigert. Ihre Kinder Debbie und Robert werden zu Hause von der Nanny Amelia beaufsichtigt. Die möchte unbedingt zur Hochzeit ihres Sohnes. Da sich aber niemand findet, der währenddessen auf die Beiden aufpassen kann, nimmt sie die Kinder mit nach Mexico. Als sie mitten in der Nacht wieder einreisen wollen ergeben sich erhebliche Probleme.

In Japan ahnt die junge Chieko nicht, dass diese Ereignisse in einem engen Verhältnis zu ihrer Familie stehen. Sie ist vielmehr mit den Problemen eines Teenagers beschäftigt, doch damit nicht genug muss sie sich ständig um Aufmerksamkeit bemühen. Sie ist gehörlos und diese Tatsache erschwert ihr zunehmend das Leben. Hinzu kommen die Missverständnisse mit ihrem Vater und ihrer Umgebung.

Eine Bemühung vom Regisseur Alejandro González Iñárritu um die Toleranz der Menschen, ihrer Kultur und ihrer Heimat. Über viele Sprachbarrieren müssen sich die Hauptdarsteller in ihrer jeweiligen Situation behaupten und gehen so unterschiedlich damit um, wie ihre jeweilige Heimat unterschiedlich von der anderen ist.

Said Tarchani

Said Tarchani

Er teilt sich zwei Preise mit der übrigen Besetzung von Babel, weitere Infos waren nicht einzuholen.


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Boubker Ait El Caid

Boubker Ait El Caid

Er teilt sich zwei Preise mit der übrigen Besetzung von Babel, weitere Infos waren nicht einzuholen.


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Rinko Kikuchi

Rinko Kikuchi (1981) Japanerin

Ihre Karriere begann als Darstellerin in Werbespots für Spielekonsolen und einen Autohersteller. Es folgten Rollen in Fernsehfilmen und später in japanischen Kinofilmen. Der Durchbruch gelang auch ihr mit dem Film „Babel“, der ihr Nominierungen für den Oscar und den Golden Globe einbrachten, als beste Nebendarstellerin. Es zeichnen sie Fertigkeiten in Gebärdensprache und traditionellen Künsten aus und nebenbei arbeitet sie auch als Model. Im nächsten Filmprojekt verkörpert sie wieder eine Gehörlose.


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Gael Garcia Bernal

Gael Garcia Bernal (1978) Mexikaner

Er trat bereits mit seinen Eltern in früher Jugend im Theater auf, da beide selbst Schauspieler sind. Als Teenager folgte eine Rolle in einer mexikanischen Soap. Er begann ein Schauspielstudium, dass er zu Gunsten einer gefeierten Rolle abbrach. Theaterrollen folgten Kinofilme, unter anderem die Rolle des Che Guevara in „Die Reise des jungen Che“, die seinen Durchbruch bedeuteten. Er spricht vier Sprachen, ist Jury-Mitglied der „Filmfestspiele von Berlin“ und Botschafter der Entwicklungshilfsorganisation „Oxfam“.


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Adriana Barraza

Adriana Barraza (1956) Mexikanerin

Sie hatte in ihrer Jugend die Wahl zwischen den Schulkursen Basketball und Theater. Nach drr Entscheidung für die Schauspielerei an der Schule studierte sie klassisches Ballett. Bekannt wurde sie bereits als Schauspielerin durch mexikanische Tv-Produktionen. Internationalen Erfolg erreichte sie durch „Babel“ und erhielt eine Nominierung für den Golden Globe, als beste Nebendarstellerin. Für ihre Karriere trennte sich am anfangs dieser von ihrem Ehemann und ihrer Tochter. Neben der Schauspielerei arbeitet sie als Regisseurin, Lehrerin für Akzente und Ausdrucksweise und als Schauspielprofessorin.


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